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Revisionsendoprothetik
Wissenswertes über Wechseloperationen bei Endoprothesen

Die Wechseloperation bei Hüft- und Knieprothesen

Letzte Aktualisierung 11. Februar 2021

Wann ist eine Wechseloperation notwendig?

In künstlichen Hüft- und Kniegelenken lösen sich über die Jahre von der Implantatoberfläche winzige Partikel, der sogenannte Abrieb. Dadurch entsteht allmählich eine Lockerung beziehungsweise Auslockerung. Doch ist die Lockerung von Gelenkteilen nicht das einzige Problem. Die mikroskopisch kleinen Abriebteilchen gelangen auch ins umliegende Körpergewebe, wo sie dann eine Entzündung verursachen, auf die der Körper mit Abwehr reagiert. Bevorzugter Ort einer solchen Entzündungsreaktion ist am Übergang von Knochen und Endoprothese. Hier sammeln sich Entzündungszellen, vereinen sich zu einer Membran und schieben sich als solche zwischen Endoprothese und Knochen. Genau dieser Prozess führt zur allmählichen Auflockerung. Obwohl Materialien und ihre Oberflächen bei modernen Endoprothesen eine immer bessere Gleitfähigkeit aufweisen, lässt sich das Problem bisher nicht ausschalten. Bei mittlerweile geringeren Abriebmengen fällt zwar die unerwünschte Membranbildung entsprechend schwächer aus und beginnt später, kann aber nicht völlig verhindert werden.

Im Anschluss an das eingangs geführte Patientengespräch erfolgen verschiedene körperliche Untersuchungen. Insbesondere bildgebende Verfahren wie Röntgen- und MRT-Aufnahmen geben guten Aufschluss über das Ausmaß der Lockerung bei Knie- und Hüftprothesen. Ergänzend können eine Szintigrafie der Knochen oder eine Punktion des Gelenkes zu einer klaren Diagnose beitragen und die Frage beantworten: „Wechseloperation – ja oder nein?"

Hat bereits in beiden Knie- oder Hüftgelenken vor vielen Jahren ein Einbau oder Austausch in Endoprothesen stattgefunden, heißt das nicht automatisch, dass bei einer Wechsel-OP sofort beide Gelenke gleichzeitig beziehungsweise kurz nacheinander ausgetauscht werden müssen. Der Verschleiß der Implantate kann durchaus in unterschiedlichem Tempo ablaufen. Entsprechend soll ein Gelenk erst dann ausgewechselt werden, wenn es sozusagen reif dafür ist. Auch aus diesem Grund sind Patienten bei einem erfahrenen Experten für Gelenkchirurgie mit dem Schwerpunkt auf dem Einsatz und Austausch von Endoprothesen beziehungsweise Implantaten in besten Händen. 

Je länger sich ein Wechsel des Kunstgelenks hinauszögern lässt, desto vorteilhafter für den Patienten. Aus technischen Gründen sind Wechseloperationen nicht beliebig oft möglich. Wer schon in jungen Jahren Endoprothesen bekam, sollte daher diesen Rat besonders beherzigen. Nur weil ein Implantat ausgetauscht werden muss, ist nicht kurz darauf das gegenüberliegende an der Reihe. Maßgeblich für den Zeitpunkt der Austausch-OP sind die körperliche Beweglichkeit und der Zustand des Implantats.

Wie moderne Wechseloperationen für neue Beweglichkeit sorgen

Abgenutzte Implantate beeinträchtigen die Beweglichkeit und führen häufig zu Schmerzen. Patienten fühlen sich dabei an die Zeit erinnert, als zum Beispiel die von einer fortschreitenden Arthrose ausgelösten Beschwerden Anlass zum Ersteinsatz einer Endoprothese waren. Revisionsendoprothetik an Hüft- oder Kniegelenkimplantaten stellt wie beim ersten Mal neue Beschwerdefreiheit her. Wie genau verläuft eine solche Wechseloperation?

Austausch einer Hüftendoprothese

Ergibt der Untersuchungsbefund, dass nur eine Wechseloperation wieder problemloses Gehen ermöglichen kann, folgt eine Überprüfung vom Zustand der Endoprothese und der beteiligten Knochen. Welche Prothesenteile haben sich gelockert? Wie fest ist der Knochen? Wie sind die umgebenden anatomischen Verhältnisse? Neben der Endoprothese machen Alterungsprozesse schließlich nicht vor dem Körpergewebe halt, zu dem außer Muskeln, Bändern und Sehnen auch die Knochen zählen.

Das Verankern der Wechselprothese in der Hüfte erfordert außer der Operation an sich in noch einem Punkt außerordentliche Sorgfalt: die gleiche Länge beider Beine. Neben der eingetretenen Schwäche das Knochengewebes weist die Hüftmuskulatur häufig nicht mehr ausreichend Spannung auf, um beim operierten Bein den Gelenkkopf in der Gelenkpfanne halten zu können. Als Folge ergibt sich ein Beinlängenunterschied von meist zwar nur wegen Millimetern, der jedoch vom Chirurgen noch während der Operation entsprechend ausgeglichen werden muss. Für einen in der Revisionsprothetik erfahrenen Chirurgen gehört auch dies selbstverständlich in sein operationstechnisches Repertoire. 

Ist zum Beispiel nur der Prothesenschaft gelockert, wird meistens nur er ausgetauscht. Dieser sogenannte Revisionsschaft wird passend zur Knochenfestigkeit und der weiteren benachbarten Anatomie ausgewählt. Vor allem die Schaftlänge und die Verankerungstechnik – mit oder ohne Zement – spielen dabei im Wortsinne tragende Rollen. Fast immer ist ein längerer Schaft als vorher erforderlich, weil das stetig schwächer gewordene Knochenlager mehr Stabilität benötigt. Außerdem erhöht der längere Schaft die Haltbarkeit der ausgewechselten Hüft-Endoprothese.

Hat sich bei der Hüft-Endoprothese die Gelenkpfanne gelockert bei gleichzeitigem ausgeprägten Knochenmasseverlust, muss der Chirurg zunächst das Knochenfundament an dieser Stelle neu aufbauen, um eine tragfähige Grundlage für das Folge-Implantat zu schaffen. Dafür schraubt er in den Beckenboden eine spezielle Abstützschale ein und unterfüttert die Schale danach mit Spenderknochen. Aus dem zugeführten Knochen bildet sich in der Zeit nach der OP allmählich körpereigenes Knochengewebe. In die Abstützschale setzt der Chirurg nun die Gelenkpfanne ein: entweder einzementiert oder ebenfalls eingeschraubt. Wie beim Schaft achtet der Chirurg auch beim Einsatz der neuen Gelenkpfanne auf gleiche Beinlänge.

Eine Revisionsoperation an der Hüfte kann also einen teilweisen oder kompletten Austausch der Endoprothese bedeuten. Je nachdem, wie ausgeprägt die Gelenkbeschwerden ausfallen, kann die Erneuerung nur eines Teiles der Hüftgelenksendoprothese sinnvoll sein. Kleinere Operationen belasten den Körper obendrein weniger als umfangreichere Eingriffe. Ein verantwortungsbewusster Chirurg geht mit seinem Patienten das individuelle Für und Wider eines Teil- oder Komplettaustausches vom Hüftgelenk durch. 
 

Austausch einer Knieendoprothese

Zeigen die erhobenen Befunde, dass die Knieendoprothese gelockert und ein Austausch unumgänglich ist, folgen nähere Untersuchungen. Dabei klärt der behandelnde Arzt auch, ob die gesamte Kniegelenkprothese oder nur ein Teil davon gelockert ist und ausgewechselt werden muss. Im Rahmen der Revisionsendoprothetik beim Knie entfernt der Chirurg die Prothese so schonend wie möglich, um den dabei unweigerlich anfallenden Knochenverlust so gering wie machbar zu halten. Fast immer ist nicht die gesamte Prothese aufgelockert, sondern noch teilweise mit dem Knochen verbunden. Mit Spezialinstrumenten unterfährt der Chirurg die Endoprothese und entfernt sie. Anschließend prüft er die Festigkeit der Knochen und die Stabilität der zugehörigen Muskeln, Sehnen und Bänder. Hiernach entscheidet er über die am besten geeignete Austausch-Endoprothese und bereitet sie für das Einsetzen vor.

Aus dem operationsvorbereitenden Gespräch mit dem Patienten kennt der Chirurg bereits Art und Ausmaß von dessen körperlicher Aktivität. Anhand dieser Information und des aufgefundenen Knieprothesendefektes bestimmt der Arzt das weitere Vorgehen. Kommt eine zementierte oder teilzementierte Wechselprothese infrage? Ist eine Kopplung erforderlich? Erhöhte Stabilität verleiht außerdem das Einsetzen eines verlängerten Schaftes. Schaftstiele gibt es in mehreren Längen sowie zementiert und zementfrei. Der verlängerte Schaft wird mit dem Prothesenteil verschraubt. Der Zustand der Knochensubstanz entscheidet über eine eventuelle Teilzementierung der Austausch-Endoprothese für eine bestmögliche Haltbarkeit.

Nachbehandlungsphase bei der Revisionsendoprothetik von Hüft- oder Kniegelenk

An die Wechseloperation vom künstlichen Hüftgelenk oder Kniegelenk schließt sich eine Reha beziehungsweise Nachbehandlungsphase an. Sie verläuft etwas aufwendiger als die Nachoperationsphase der Primärimplantation, also der erstmals erfolgten Operation zum Einbau einer Knie- oder Hüftgelenksendoprothese. Wesentlichen Anteil daran haben die physiotherapeutischen Anwendungen. Die aufgebrachte Geduld lohnt sich aber. Die abschließende Reha gehört zu jeder erfolgreichen Revisionsprothetik dazu. Sie ist neben der Operation ebenfalls wichtig für das Wiedererlangen von Bewegungsfreude und Lebensqualität.

Begeben Sie sich in die Hände unserer Spezialisten.

Dr. med. Florian Stockhausen Chefarzt Chirurgie
Ärztliche Leitung

Dr. med. Florian Stockhausen
Bergman Clinics Mathilden Hospital Büdingen (Hessen)
Chefarzt der Chirurgie, Facharzt für Allgemeinchirurgie, Viszeralchirurgie und spezielle Viszeralchirurgie
E-Mail: chirurgie-cmh@bergmanclinics.de

 

Unfallchirurgie und Orthopädie

Dr. Robert Hartel
Bergman Clinics Mathilden Hospital Büdingen (Hessen)
Ltd. Oberarzt der Chirurgie (Facharzt für Chirurgie, FA für Unfallchirurgie und Orthopädie)
E-Mail: chirurgie.mh@bergmanclinics.de

Porträt: Dr. med. Immo Stürmer
Leiter Sektion Kniechirurgie

Dr. med. Immo Stürmer
Bergman Clinics Hofgartenklinik Aschaffenburg (Bayern)
Facharzt für Orthopädie mit der Schwerpunktbezeichnung Spezielle Orthopädische Chirurgie.
Zusatzqualifikation in Sportmedizin
E-Mail

Leiter Sektion Hüftchirurgie

Dr. med. Michael Dehmel
Bergman Clinics Hofgartenklinik Aschaffenburg (Bayern)
Facharzt für Orthopädie und Spezielle Wirbelsäulenchirurgie.
E-Mail

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